Absagen oder «... leider müssen wir dir mitteilen ...»

und dennoch: Bei Absagen – mach das Beste draus!


Mit Absagen musst du rechnen. Das geht auch vielen anderen so. Nach wie vor ist die Lage auf dem Lehrstellenmarkt angespannt und je nach Region unterschiedlich. Doch nun hast Du schon einige Bewerbungen verschickt, verschiedene Telefone gemacht,
dich allenfalls auch um Schnupperlehren bemüht – aber leider hat es trotz deinen schon zahlreichen Anstrengungen mit einer Lehrstelle noch nicht geklappt. Schwierigkeiten bei der Lehrstellensuche und Absagen können verschiedene Gründe haben,
z.T. auch solche die du kaum beeinflussen kannst, die mehr 'äusserlich' sind:

  • Die Firma hat schon sehr viele Bewerbungen erhalten und deine ist überzählig.
  • Es ist eine Tatsache, dass es in gewissen Berufen mehr Lehrstellen gibt und in anderen Berufen nur wenige. Hier ist dann die Nachfrage entsprechend gross.
  • Es existieren zudem ausgesprochene Traumberufe, die von den Jugendlichen sehr begehrt sind, dort besteht dann eine ausgeprägte Konkurrenzsituation.
  • Die Berufslandschaft ist zwar vielfältig, aber nicht über die Regionen gleichmässig verteilt u.a.

Es gibt allerdings auch eine Reihe von Gründen, die du 'mitbeeinflussen' kannst. Deshalb ist es ganz wichtig, dass du versuchst genauer heraus zu finden, an was es dabei liegen könnte um daraus weitere Schritte abzuleiten.


Mögliche Gründe

  • Bist du verspätet erst in die Bewerbungsphase eingestiegen und hast die Sache vielleicht etwas gar lange 'vor dir hergeschoben'?
  • Hast du vielleicht bisher zu wenig unternommen?
  • Kannst du deine Bewerbungsunterlagen noch verbessern?
  • Erfüllst du die Anforderungen deines Wunschberufes; kannst du z. B. mit deinen Noten mithalten?
  • Ist das Resultat des verlangten Eignungstests knapp ausgefallen und deckt sich nicht mit den Vorstelllungen der Firma?
  • Ist es in der Schnupperlehre nicht rund gelaufen – ist eventuell deine Motivation nicht genügend herüber gekommen?
  • War das Vorstellungsgespräch nicht so überzeugend und du konntest dich und deine Qualitäten zu wenig einbringen?

Mögliche Massnahmen und was du weiter tun kannst

  • Besprich dein Bewerbungsvorgehen mit deinen Eltern, der Lehrerin/dem Lehrer, mit der Berufsberaterin/dem Berufsberater oder melde dich für ein solches Gespräch neu an.
  • Versuche dich selber einmal in der Rolle eines/einer Personalverantwortlichen zu sehen, was würdest du von deinem Gegenüber erwarten, wenn du einen Ausbildungsplatz zu vergeben hättest? Vielleicht gelingt es dir schon mit dieser Sichtweise, einzelne Punkte in deinem Bewerbungsverhalten noch besser zu machen.
  • Überlege dir, ob du deine Bemühungen ausdehnen kannst, indem du noch weitere Möglichkeiten einbeziehst bei der Lehrstellensuche: den Lehrstellennachweis nutzen, aber auch
    Schlüsselpersonen direkt anfragen, Zeitungsinserate sichten etc., oder auch das Suchgebiet geografisch ausweiten: Könnte z. B. eine andere Stadt, ein zusätzlicher Bezirk, der Nachbarkanton auch noch in Frage kommen? Bedenke dabei aber auch, dass eine solche Anreise allenfalls über mehrere Jahre für dich machbar sein sollte.
  • s braucht zwar Mut aber kann dir vielleicht wertvolle Hinweise geben: Frage bei der Lehrfirma nach, warum es nicht geklappt hat.
  • Ist es bei einem nichtfirmenspezifischen Eignungstest – z. B. bei einem Berufsverband – schief gelaufen, weil du einfach einen schlechten Tag hattest? Sprich mit deinen Eltern
    (Kostenfrage) und dem Organisator des Tests, ob und wann du diesen allenfalls nochmals ablegen könntest.
  • Die Schnupperlehre ist eine Gelegenheit, in der du dich auch als Person einbringen kannst. Dein Engagement, deine Motivation und dein Interesse an Beruf, Arbeit und Betrieb stehen dabei auf dem Prüfstand. Eine seriöse Vorbereitung ist also ebenfalls sehr wichtig.
  • Wenn es beim Vorstellungsgespräch nicht rund gelaufen ist, kannst du jemanden aus deiner Umgebung fragen für ein Rollenspiel: Er oder sie ist Personalchef/in - du bewirbst dich bei ihm/ihr als Kandidat/in. Beim nächsten Mal kennst du die Situation dann schon etwas besser.
  • Niemand ist nur für einen Beruf geschaffen. Schaue dir verwandte Berufe an, überlege dir alternative Ausbildungswege, die dich auch zum Ziel führen können. Dazu kann dir zum Beispiel das 'Berufsfenster', welches nach Berufsfeldern eingeteilt ist, eine Orientierungshilfe sein.
  • Prüfe zudem andere Versionen: ein Brückenangebot, ein Praktikum, einen Sprachaufenthalt usw. Bei entsprechendem Engagement kann dir das zusätzliche Qualifikationen bringen.
    Beachte, dass zum Teil auch für solche Lösungen Anmeldetermine wichtig sind und du dafür rechtzeitig reagieren musst.

... und ganz wichtig: Nicht aufgeben, sondern dran bleiben und Hilfe beanspruchen, die es gibt. Bestimmt kennst auch du einen Kollegen/eine Kollegin, die es nach vielen Bemühungen
dann doch noch geschafft hat ...

 

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